Dr. Andreas von SeggernIst Museumspädagoge und Referent für historisch-politische Bildung der Otto-von-Bismarck-Stiftung und Wissenschaftliches Mitglied der Lenkungsgruppe für das Deutsche Fußballmuseum i.G. Wer schoß auf Bismarck?Dienstag, den 15. Mai 2012 um 05:32 Uhr unter AktuellesJede Betrachtung der Wirkungsgeschichte Otto von Bismarcks enthält den Hinweis auf die beeindruckende Fülle von Zeugnissen der Verehrung für den ersten Kanzler des deutschen Nationalstaates. Gleich ob Standbild, Turm, Säule, Straße oder dergleichen mehr. Dass seine Politik stets auch auf entschiedenen Widerstand breiter Kreise der Öffentlichkeit stieß, wird dabei nur allzu häufig vergessen - von der kritischen retrospektiven Betrachtung insbesondere seiner Innenpolitik in der Gegenwart zu schweigen. Beispielhaft für die Opposition gegen Bismarck steht das erste auf ihn verübte Attentat, das sich am 7. Mai diesen Jahres zum 146ten mal jährte. Täter war Ferdinand Cohen-Blind, Stiefsohn eines 1848er-Revolutionärs. Er sah im preußischen Ministerpräsidenten Bismarck, wie viele andere Liberale, einen skrupellosen Politiker, der bewusst auf den Krieg Preußens gegen Österreich zugesteuert sei: Laut Polizeibericht feuerte der 22jährige Cohen-Blind aus einer Entfernung von zehn Schritt drei Schüsse auf den Ministerpräsidenten. Als der zunächst unverletzt gebliebene Bismarck dem Täter die Pistole entwinden wollte, traf Blind sein Opfer mit zwei weiteren Schüssen. Von Bismarck festgehalten, wurde Blind verhaftet und beging noch im Polizeipräsidium Selbstmord. Die Tatwaffe ist im Übrigen, zusammen mit dem von Bismarck an jenem 7. Mai getragenen, mit Einschussloch versehenen Unterhemd, als besondere Kuriosität im Bismarck-Museum Friedrichsruh zu sehen. Der Bayerische Rundfunk widmete diesem historischen Ereignis ein "Kalenderblatt", das Sie hier nachhören können. Etwas belletristisch angehübscht, aber doch schön erzählt, finden wir. Windthorst: Bismarcks kleiner großer GegnerDienstag, den 08. Mai 2012 um 06:53 Uhr unter AktuellesAlle Welt redet zur Zeit über den "Alten Fritz". Der 300. Geburtstag Friedrichs II. von Preußen überlagert - wie zu erwarten - alles, was das Jahr 2012 an Gedenktagen zu bieten hat. Im Windschatten des epochalen Jubiläums wird jedoch auch des 200. Geburtstages von Ludwig Windthorst gedacht, der zu Zeiten Otto von Bismarcks als einer der bedeutendsten Parlamentarier des Deutschen Reiches galt. Der kleinwüchsige Mann aus dem Osnabrücker Land wurde während des Kulturkampfes Bismarcks gegen die Katholiken zum größten Gegenspieler des Reichskanzlers und ist doch heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Um diesen herausragenden Vertreter des deutschen Parlamentarismus zu würdigen, lädt die Otto-von-Bismarck-Stiftung herzlich zu einem Vortrag unter dem Titel "Ludwig Windthorst - Bismarcks Gegner" ein. Referent am Mittwoch, den 9. Mai 2012, 19.30 Uhr, ist der Hannoveraner Professor Dr. Hans-Georg Aschoff, einer der führender Forscher der Geschichte des politischen Katholizismus in Deutschland. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung im historischen Bahnhofsgebäude von Friedrichsruh ist frei. Was gibt's denn da zu feiern? Bismarck 2015Donnerstag, den 26. April 2012 um 15:19 Uhr unter AktuellesGroße Ereignisse werfen ihre Schatten stets weit voraus. So ist es denn kein Wunder, dass in unserer Stiftung in Friedrichsruh und Schönhausen seit geraumer Zeit über Projekte zum Jubiläumsjahr 2015 nachgedacht wird, in dem sich der Geburtstag Bismarcks 200mal jährt. Über diese Vorüberlegungen möchten die Mitarbeiter der Stiftung nun erstmals eine breitere Öffentlichkeit informieren. Die Stiftung lädt daher alle interessierten Bürgerinnen und Bürger der Region zu einer Matinee unter dem Titel "Was gibt's denn da zu feiern? Bismarck 2015" ein. Beginn der Veranstaltung am Sonntag, den 29. April, ist um 11 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei! Das Bild zeigt etwa 5.000 deutsche Studenten, die aus Anlass des 80. Geburtstages Bismarcks am 1. April 1895 zu einer sogenannten "Huldigungsfahrt" nach Friedrichsruh pilgerten. Tempi per fortuna passati... Vortrag über den verarmten preußischen LandadelDonnerstag, den 19. April 2012 um 08:00 Uhr unter AktuellesDer Adel bleibt in der Vorstellungswelt vieler Menschen bis heute verbunden mit großem Vermögen, ausschweifendem Lebensstil und großem gesellschaftlichen Einfluss. Doch bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert ging die Bedeutung des Adels mehr und mehr zurück. Französische Revolution, Adelskritik der Spätaufklärung, Industrialisierung und Verstädterung trafen gerade den niederen Adel schwer. Nicht alle adeligen Familien hielten mit den großen Umwälzungen der Zeit Schritt und gerieten in existenzielle Krisen, die spätestens im Deutschen Kaiserreich nicht selten in Verarmung endeten. Über diesen eher unbekannten Aspekt der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts referiert der Tübinger Professor Dr. Ewald Frie in einem Vortrag unter dem Titel "Der preußische verarmte Adel im Deutschen Kaiserreich" am heutigen Donnerstag, den 19. April, um 19.30 Uhr, in den Räumen der Stiftung, Am Bahnhof 2, in Friedrichsruh. Der Eintritt ist wie immer frei! Noch einmal: Das Schulheft des KaisersFreitag, den 13. April 2012 um 05:30 Uhr unter AktuellesBereits im vergangenen Dezember stellte Dr. Ulf Morgenstern, wissenschaftlicher Mitarbeiter unserer Stiftung, einen bemerkenswerten Fund der Öffentlichkeit vor, der den Blick auf die Jugend Prinz Wilhelms von Preußen, des späteren letzten deutschen Kaisers, schärfen hilft: Ein Aufsatzheft aus seiner Schulzeit in Kassel. Über die Umstände der Entdeckung und deren historisch-kritische Essenz berichtet nun auch das Hamburger Abendblatt ausführlich, und zwar hier. Noch mehr erfahren Sie im jüngst erschienenen Heft 41 unserer kleinen Schriftenreihe "Friedrichsruher Beiträge" (siehe Abbildung), die Sie zum Preis von 3,50 Euro bei der Stiftung erwerben können. Die Anfänge der BismarcksFreitag, den 30. März 2012 um 11:01 Uhr unter AktuellesDie Anfänge der Familie von Bismarck reichen bis zum Jahre 1270 zurück und liegen im heutien Sachsen-Anhalt, im altmärkischen Stendal. Nikolaus (14. Jhd.) war ihr bedeutendster Vertreter: ein erfolgreicher Ratsherr, Kaufmann und Finanzberater der brandenburgischen Markgrafen. Mit seiner Belehnung von Burgstall mit Briest am 15. Juni 1345 stieg er in den schloßgesessenen Adelsstand auf. Die Bismarcks gehörten seitdem zu den führenden Geschlechtern der Altmark. Über die Geschichte der Familie von Bismarck auf Schloss Briest erzählt eine kleine Sonderausstellung des Brandenburg-Preußen-Museums Wustrau in den Räumen der Otto-von-Bismarck-Stiftung, die am Sonntag, den 1. April 2012, um 11 Uhr, eröffnet wird. Es spricht unter anderem die heutige Stammhalterin der Briester Linie, Maren von Bismarck-Briest. Im Anschluss lädt die Stiftung zu einem kleinen Umtrunk ein. Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Vernissage eingeladen. Vortrag "Vom Nutzen der Geschichte"Donnerstag, den 29. März 2012 um 12:08 Uhr unter AktuellesSeit der Entstehung der modernen Geschichtswissenschaften im 19. Jahrhundert wurde die historische Forschung immer wieder zum Schauplatz gesellschaftlicher Debatten, die zum Teil weit über den engen Kreis der Wissenschaftler hinausreichten. Woher kommen wir und lassen sich daraus Rückschlusse ziehen, was wir sind und wohin wir gehen? Das sind Fragen, die weit über den Horizont des akademischen Elfenbeinturmes hinausgehen und in die Gesellschaft hineinwirken. Doch immer stärker wird dabei die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Geschichte hinterfragt, die immer mehr publiziert, aber in der Öffentlichkeit immer weniger wahrgenommen wird. Im 2. Hamburger Bismarck-Vortrag der Otto-von-Bismarck-Stiftung widmet sich der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin, Prof. Dr. Andreas Wirsching unter dem Titel "Vom Nutzen der Geschichte" der Frage, warum die historisch-kritische Auseinandersetzung mit der Auseinandersetzung auch weiterhin lohnt, auch und gerade vor dem Hintergrund von zunehmenden Kosten-Nutzen-Debatten. Der Vortrag findet statt am 30. März 2012 im Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg, um 19.00 Uhr. Der Eintritt zu dieser Sonderveranstaltung der Stiftung ist wie immer frei. Vortrag über die Ikonographie der AbdankungMontag, den 19. März 2012 um 10:44 Uhr unter AktuellesDas lange 19. Jahrhundert in Europa war von Monarchien geprägt. In diesem weitgehend auf Erbrecht gegründeten Herrschaftssystem war der erzwungene oder freiwillige Verzicht auf den Thron die immer wieder Aufsehen erregende Ausnahme. In Deutschland besonders bekannt ist der Fall des letzten Kaisers Wilhelms II. am Ende des Ersten Weltkrieges 1918. Welche Motive standen hinter den Abdankungen? Wie wurden sie inszeniert und wie wirkten sie auf die Öffentlichkeit? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Leipziger Kunsthistoriker Prof. Dr. Martin Schieder in einem Vortrag in den Räumen der Otto-von-Bismarck-Stiftung. Die Veranstaltung am Donnerstag, den 22. März 2012 beginnt um 19.30 Uhr im Stiftungsgebäude, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh. Der Eintritt ist wie immer frei.
Kunst am (Bismarck-)TurmDonnerstag, den 23. Februar 2012 um 06:55 Uhr unter AktuellesBismarcktürme zählen zu den sichtbarsten steinernen Zeugnissen des Bismarck-Mythos im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert. Viele dieser Denkmäler haben sich bis heute erhalten, nicht selten in Vergessenheit geraten, bisweilen aber auch wieder genutzt - vor allem als Ausflugs- und Aussichtspunkt. Mehr über diese Objekte finden Sie im Netz zum Beispiel auf dieser informativen Seite. Der Lichtkünstler Oliver Bienkowski aus Neuss nutzte die 1901 errichtete Bismarcksäule im schönen Augsburg für eine Installation. Schön! Vortrag über Eupen und Malmedy im "langen 19. Jahrhundert"Mittwoch, den 15. Februar 2012 um 09:37 Uhr unter AktuellesAm morgigen Donnerstag, den 16. Februar 2012, um 19.30 Uhr, lädt die Stiftung herzlich zu einem Vortrag über die gerade in unserer Region nur wenig bekannte Geschichte der rheinpreußischen Grenzkreise Eupen und Malmedy ein. Unter dem Titel ""An den äußersten Westmarken der vaterländischen Sache dienen": Die rheinpreußischen Grenzkreise Eupen und Malmedy 1815-1914" referiert der am LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn tätige Volkskundler Dr. Sebastian Scharte, der über dieses Thema 2008 an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster promovierte. In seinem Vortrag gibt Scharte einen Einblick in die preußischen Jahre der über einen langen Zeitraum hinweg umstrittenen, heute zu Belgien gehörenden Kreise. Wie wurde das Grenzland von außen, durch Reisende und Gäste wahrgenommen? Deutsch? Belgisch? Preußisch? Aus den willkürlichen Grenzen des frühen 19. Jahrhunderts waren am Vorabend des Ersten Weltkrieges mentale Schranken geworden. Scharte geht dabei insbesondere der Frage nach, wie die Menschen, die 1815 zu Preußen, 105 Jahre später jedoch bereits zu Belgiern wurden, diesen Staatenwechsel empfunfen haben und wie bei ihnen der Prozess der Nationalisierung verlief, der die Grenzregion und ihre Bewohner bis heute prägt. Wie empfanden und beschrieben Besucher der heutigen deutschsprachigen Gemeinschaft vor mehr als einem Jahrhundert das Deutsch-Werden und Deutsch-Sein der Ostbelgier? Der Eintritt zu dieser - von Lichtbildern begleiteten - Veranstaltung in den Räumen der Stiftung, Am Bahnhof 2, 21521 Friedrichsruh, ist wie immer frei!
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